Neuer Vorstand: Energieagentur wird (etwas) weiblicher

Klaus Peter Söllner bleibt für weitere drei Jahre Vorstandsvorsitzender der Energieagentur Oberfranken e.V. Die Mitgliederversammlung bestätigte den Kulmbacher Landrat am 5. November 2018 einstimmig in seinem Amt. Stellvertreter bleiben, ebenfalls auf einstimmigen Beschluss, Söllners Landratskollegen Hermann Hübner aus Bayreuth und der Forchheimer Landrat Dr. Hermann Ulm. Für den ehemaligen Coburger Landrat Michael Busch, der seit wenigen Tagen dem Bayerischen Landtag angehört, rückt nun Landrat Dr. Karl Döhler aus Wunsiedel als dritter Stellvertreter nach.

Insgesamt gehören dem Vorstand der Energieagentur Oberfranken 17 Mitglieder an. Das Gremium soll ganz bewusst die Viefalt der fränkischen Energiewelt abbilden: Vom Netzbetreiber Bayernwerk über regionale Stadtwerke, Ökostrom-Pioniere und Bürger-Energiegenossenschaften sind dort bis zum Bund Naturschutz, Kaminkehrern, Photovoltaikunternehmern oder Energieberatern alle Gruppen vertreten, die sich um die Umsetzung der Energiewende kümmern.

Die Neuwahlen waren im Grunde schon fast gelaufen, als aus dem Gremium die Frage kam: Unter den 17 Vorstandsmitgliedern ist keine einzige Frau? Das Problem, das auch große Dax-Konzerne umtreibt, ist im Energiesektor fast noch ausgeprägter vorhanden: Auch im 21. Jahr ihres Bestehens muss man unter den mehr als 150 Mitgliedern der Energieagentur Oberfranken Frauen noch immer mit der Lupe suchen. Dass es bislang keine Bewerberinnen für einen Vorstandsposten gab, ist deshalb nicht allzu verwunderlich. Landrat Söllner reagierte spontan auf den Einwurf, indem er anregte, dass der Vorstand mit Energieberaterin Stephanie Kollmer aus Bayreuth ergänzt wird. Auch dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.

Söllner ging zu Beginn der Sitzung auch auf die Energiepläne der neuen Bayerischen Staatsregierung ein. Der Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern enthalte einen Passus zur Gründung einer Landes-Energieagentur, die mit 20 Millionen Euro ausgestattet werden solle. Er wolle dafür sorgen, dass man bei der Verteilung dieser Mittel an der Kulmbacher Energiegentur „nicht vorbeikommen“ werde, versprach der Landrat.

Vor den Wahlen hatte Energieberater Jürgen Ramming über die Tätigkeiten der Klimaschutz­beratungsstelle der Energieagentur Oberfranken informiert. Sie bietet kostenlose Bürgerberatung in den Landkreisen Kulmbach, Kronach, Bayreuth und Wunsiedel an. Die Nachfrage insbesondere nach Beratungen vor Ort, also direkt am Gebäude, ist laut Ramming ungebrochen groß.

 

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